Wirtschaftsminister Ernst Pfister äussert sich zu den Vorschlägen der SPD zur Verlängerung der Altersteilzeit
?Die Förderung der Frühverrentung ist wider jede arbeitsmarktpolitische und finanzielle Vernunft?
Die Pläne der SPD, die Altersteilzeit massiv auszubauen und die Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit bis 2015 zu verlängern, sind von Wirtschaftsminister Ernst Pfister als ?wider jede arbeitsmarktpolitische und finanzielle Vernunft? kritisiert worden: ?Die Subventionierung der Altersteilzeit hat in den vergangenen Jahren viele Arbeitnehmer ab dem 55. Lebensjahr geradezu ermuntert, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Wer jetzt das Ventil der Frühverrentung wieder öffnen will, hat wirklich nichts verstanden und verabschiedet sich von jeglicher arbeitsmarktpolitischen und auch finanziellen Vernunft.?
Pfister wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass Baden-Württemberg in Deutschland derzeit am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen sei. Allein im letzten Jahr hätten im Land nach Umfragen ca. 60.000 Fachkräfte, davon 20.000 Ingenieure gefehlt. Der Fachkräftemangel sei mittlerweile ein nahezu branchenweites Phänomen und habe die Umsätze der Wirtschaft und damit das Wachstum im Land im letzten Jahr um 3,5 Mrd. ? geschmälert. Ohne Gegenmaßnahmen werde der Fachkräftemangel aufgrund der demografischen Entwicklung zu einem massiven Dauerproblem, da die erwerbsfähige Bevölkerung in Baden-Württemberg ab dem Jahr 2012 zurückgehe. Im Jahr 2030 würden bei Fortschreibung des Status quo, das heißt ohne Gegenmaßnahmen, bereits 658.000 Arbeitskräfte gegenüber heute fehlen. Der Fachkräftemangel würde sich damit kontinuierlich weiter verschärfen.
Pfister: ?Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, habe ich eine Fachkräfteinitiative gestartet. Ziel ist die nachhaltige Sicherung des Fachkräfteangebots für Baden-Württemberg. Die staatliche Förderung der Frühverrentung muss deshalb ein für alle Mal beendet werden.?
Quelle: Wirtschaftsministerium
Bundesland: Baden-Württemberg Datum: 16.06.2008 Quelle: Wirtschaftsministerium